Ausbildungswoche 2013 "CERN / Erneuerbare Energien"

Besuch im CERN

Am 09.10.2013 starteten wir gemeinsam in die dreitägige Ausbildungswoche 2013. Am ersten Tag stand uns als erstes eine dreistündige Carfahrt in Richtung Genf bevor. Im CERN angekommen, freuten sich die ersten bereits aufs Mittagessen. Im Personalrestaurant des CERN wurden wir dann mit einer Auswahl von verschiedenen Menus verwöhnt. Da der offizielle Teil inkl. Führung erst um 14:00 Uhr stattfand, hatten wir noch genügend Zeit eine Ausstellung beim Eingang des CERN zu besuchen. Dort wurde uns eine Gesamtübersicht über die Tätigkeiten und den Forschungsbereich des Zentrums präsentiert. Themen der Ausstellung waren unter anderem die schwarze Materie, das Zusammenspiel der Elementarteilchen und die Funktionsweise/Aufbau des Universums.

Nach der Ausstellung wurden wir im Auditorium von unserem Betreuer allgemein über das CERN informiert. Weiter gab er uns eine Einführung über die Teilchenphysik der letzten Jahrzehnte. Einige waren während der interessanten Vorlesung etwas überfordert mit der Materie. Uns wurde Teils eine Zusammenfassung eines gesamten Physikstudiums innerhalb von wenigen Minuten dargeboten.

Anschliessend stiegen wir erneut in den Car und betraten kurz französischen Boden um einen weiteren Standort des CERNs zu besichtigen. Wir betraten eine Halle in welcher uns Schritt für Schritt die Funktionsweise des Teilchenbeschleunigers erklärt wurde. Die Führung war sehr informativ, aber auch sehr herausfordernd, da die Materie recht komplex ist. 

Als wir wieder Schweizer Boden unter den Füssen hatten, durften wir den Standort vom aktuellen Projekt „Atlas“ besichtigen und ein spannender und informativer Kurzfilm geniessen. Uns wurde die Möglichkeit geboten, Ansichtsmaterialien und die Überwachungszentrale anzusehen. Danach bekamen wir die Vor- und Nachteile des Projekts „Atlas“ gegenüber weiteren gleichwertigen CERN-Experimenten aufgelistet. Mit der Rückreise nach Cham ging ein sehr interessanter, aber auch anstrengender Tag zu Ende.

Tag der erneuerbaren Energien

Am Donnerstagmorgen trafen wir uns am Hauptbahnhof Zug, um mit dem Bus weiter zum Holzwärmeverbund in Menzingen zu fahren. Die Anlage wurde ursprünglich für das Kloster errichtet und in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut. Ein gut durchdachtes Rohrleitungssystem versorgt dabei die Haushalte der Gemeinde mit genügend Wärme für die kälteren Tage. Wir erfuhren, dass die Holzreserven im Kanton Zug zur Energiegewinnung sehr gut genutzt wird und nur noch schwer ausbaufähig ist. Mit dieser Anlage wurde eine für die Gemeinde optimale Lösung gefunden. Da Menzingen etwas erhöht gebaut wurde, ist die Heizung mittels Erdgas nicht möglich. Die Alternative des Holzwärmeverbunds bringt somit eine ökologisch und finanziell rentable Lösung. Durch mehrfache Reinigung der Verbrennungsabfälle, fallen bei dieser Art der Energiegewinnung praktisch keine umweltbedenklichen Stoffe an. Zudem ist der ganze Prozess vollkommen CO2 neutral. Durch die Holzverbrennung wird nur jenes CO2 freigesetzt, welches mittels Photosynthese aus der Luft aufgenommen wurde. Dieses würde auch freigesetzt, wenn der Baum auf natürlichem Weg verenden würde.

Nach der Besichtigung des Holzwärmeverbunds wurden wir zur Trinkwasserversorungsanlage chauffiert, wo wir das Reservoir und die Brunnenstube besuchten. An verschiedenen Stationen wurden wir über unseren tägliche Wasserverbrauch und die Herstellung des Trinkwassers informiert. Was für uns im Alltag als selbstverständlich gilt, benötigt im Hintergrund ein ausgeklügeltes System von Filterung, Transport und Aufbereitung. Mit einem Vergleich von gekauftem Wasser und Wasser aus dem Hahnen, wurden wir von unserem Guide darauf sensibilisiert, wie absurd unser Verhalten in diesem Bereich ist. Da die Wasserqualität bspw. vom Kanton Zug mit der Qualität einer gekauften Flasche Evian gleichzusetzen ist, macht es nur wenig Sinn dafür viel Geld auszugeben.

Am Ende der Führung wurde unser Gaumen mit einer kleinen Degustation von Wasser aus verschiedener Herkunft auf die Probe gestellt.

Nach einem feinen Mittagessen am Tennisplatz Zug, fuhren wir nach Cham in das Kleinwasserkraftwerk. Uns erwartete eine weitere spannende Führung durch das Areal. Erst wurde die ganze Maschine erklärt, dann durften wir den direkten Vergleich mit einer älteren Maschine feststellen. Die komplexen Vorsichtsmassnahmen um die Maschine zu schützen sind ohne Erklärung nur schwer zu entdecken. Ebenso die genaue Funktionsweise der Turbinenblätter, welche je nach Wasserstand automatisch ihre Ausrichtung anpassen, um so eine optimale Ausnutzung der Flussenergie zu erreichen. Fische, Laub und Holz sollten besser von der Turbine fern bleiben. Sie wird deshalb mit Gittern, Rechen und Fischaufstieg geschützt. Da die Schweiz als Wasserschloss bezeichnet wird ist es irgendwie logisch, dass hier immer mehr auf diese naturfreundliche Kraft gesetzt wird. Uns wurde aber auch bewusst, dass ohne grössere Stromsparmassnahmen die Ersetzung von fossilen Energien nur schwer zu erreichen ist.

Fazit

Die Ausbildungswoche 2013 hat uns viele neue Eindrücke in verschiedener Hinsicht ermöglicht. Die vielen Informationen werden uns hoffentlich in der Berufslehre weiterhelfen und stets in Erinnerung bleiben. Das Hauptziel, den Freundschaftskreis unter den Lernenden zu erhöhen, wurde definitiv erreicht. Wir freuen uns bereits jetzt wieder auf die nächste Ausbilungswoche in nächsten Jahr. Einen grossen Dank an alle, die diese Ausbildungswoche ermöglicht haben.

November 2013
Andreas Felder, Konstrukteur 2.Lj
Patrick Fellmann, Informatiker 1.Lj Way-Up