Besuch der Electronica 2014 in München (13. – 14.11.2014)

Alle zwei Jahre findet in München (DE) eine grosse Elektronikmesse statt. Auf einer Fläche von 143‘000m2, verteilt auf mehr als ein Dutzend Hallen, stellen rund 2700 Aussteller aus aller Welt ihre Produkte und Innovationen vor. Gemeinsam mit Berufsschulkollegen habe ich die diesjährige Ausgabe der Electronica während zwei Tagen besuchen dürfen. Dieser Bericht soll meine Eindrücke der Messe, die als eine der wichtigsten Messe der Branche eingeschätzt wird, wiederspiegeln.

Mit tausenden anderen Besuchern aus aller Welt fand ich mich mit meinen Schulkollegen am für uns ersten, für die ganze Electronica aber bereits zweitletzten Tag auf dem Messegelände am Rande der Stadt wieder. Aufgrund der immensen Palette unterschiedlicher Aussteller und Stände war es schlichtweg unmöglich, ständig aufeinander zu warten, weshalb sich die Gruppe bereits nach wenigen Minuten verlor und in Dreiergruppen aufteilte, und sich dann den ganzen Tag nicht mehr traf.

Entsprechend unvorstellbar gross und mindestens ebenso vielfältig ist die Messe. Die eingangs erwähnten Zahlen sprechen für sich: Zu finden ist alles, von handelsüblichen Elektronikkomponenten, Bauteilen oder ganzen Modulen über neuartige Sensoren bis zu futuristischer Nanotechnologie. Auch Displays, Autoelektronik, Messgeräte und neuste Wearables (=Elektronik, die am Körper befestigt oder getragen wird, bspw. Sensoren, die in Sportshirts eingenäht werden) wurden gezeigt. Endlos wäre die Liste, würde man alles aufführen wollen.

Die Electronica ist dabei ungefähr das, was ich als Himmel auf Erden für jeden eingefleischten Insider, Ingenieur oder Businessmann aus der Elektronikbranche bezeichnen würde, wobei sich der „normalsterbliche“ Endbenutzer oder Konsument vermutlich eher fehl am Platz vorkommt. So ist die Messe meinem persönlichen Eindruck nach mindestens ebenso Businessplattform wie Schauplatz der Elektronik. Visitenkarten wechseln den Besitzer, es wird viel geschäftet, präsentiert und diskutiert. All die kleineren Stände der weniger grossen oder bekannten Firmen aus China oder Taiwan waren aber oft nicht weniger interessant. Viele sind direkt Hersteller, besitzen oder kontrollieren Manufakturen, in welchen all die elektronischen Komponenten produziert werden, die wir tagtäglich einsetzen.

Mein persönliches Highlight vom ersten Tag waren Microcontrollersysteme. Gerade diese Sparte hat einige neue interessante Entwicklungsplattformen und -boards vorgestellt, die man vermutlich nicht nur als Lernender Elektroniker allesamt mit nach Hause nehmen möchte. Auch bei der Optoelektronik (= alles, was mit Licht zu tun hat) gab es viele interessante Stände zu sehen, an welchen es leuchtet und blinkt, bis man sie halbblind wieder verlässt. In den Hallen zu diesen beiden Themen sieht man beispielsweise auch klar der Trend, wohin es in Zukunft gehen wird: Immer kleiner und dabei immer besser.

Am zweiten Tag nahm ich mir vor, mich eher auf diejenigen Hallen zu konzentrieren, die ich am ersten Tag komplett vernachlässigt habe, so zum Beispiel die ganze Sensorik und Elektromechanik. Dabei hätte ich nie gedacht, dass ganz normale Kunststoffgehäuse so interessant sein können – spätestens da hat mich das Messefieber erwischt.

Es waren unbestreitbar zwei sehr anstrengende, aber umso interessantere Tage voller faszinierenden Entdeckungen. Zwei ganze Tage reichen aus, um sich einen Eindruck über die Messe zu verschaffen, jedoch niemals um alles zu sehen, was es zu sehen gibt. Nachvollziehbar daher, dass die Messe eine ganze Woche dauert.
Die Electronica 2016 werde ich falls möglich ganz bestimmt wieder und dann vor allem länger besuchen. Bis dann wird die Technik wieder einige interessante Neuigkeiten präsentieren zu haben. Und unter anderem das ist es doch, was die Elektronik zu einem solch spannenden Berufsfeld macht.

November 2014
Andri Urfer, Elektroniker 4. Lj